Unsere Frühlingsreise möchten wir heuer sehr früh beginnen. Uns lockt die Mandelblüte,die bereits im Februar die Wiesen und Täler Spaniens erblühen lässt. Nach den USA ist Spanien der zweitgrößte Mandelproduzent und es gibt eine Vielzahl schöner Orte, an denen man das Spektakel der Mandelblüte bewundern kann.

Deshalb starten wir am Sonntag, den 9. Februar los. Der Orkan Sabine macht uns zwar für die Route über Deutschland einen Strich durch den Plan, wir weichen ihn über Italien aus. 

Vorerst haben wir noch Winterlandschaft, in Südtirol verschwindet der Schnee. Am Südende vom Gardasee übernachten wir am uns schon bekannten Stellplatz.

Der nächste Tag ist eine Autobahnfahrt über Genua und der ligurischen Küste entlang durch viele Tunnels. Auch Monaco, Nizza und Cannes durchfahren wir auf der Autobahn, dann geht es über viele Weinfelder durch Frankreich. In der Provence übernachten wir das 2. mal, am Dienstag, den 3. Reisetag sind wir um 16 Uhr an der Grenze zu Spanien,in Girona übernachten wir am dortigen Stellplatz.

Nachts hat es geregnet, am Morgen bewölkt bei 10°, wir fahren spät ab. Tagsüber geht es nun an der Küstenstraße entlang bei trüben Wetter, gehen einkaufen und bleiben über Nacht in St. Carles. 

Um 7 Uhr ist es noch dunkel, 12°, bedeckt. Es wird jedoch ein herrlich sonniger Tag mit 25°. Wir fahren großteils auf Autobahnen, riesigen Orangenhainen und Gemüsefeldern entlang. Sogar die ersten Mandelblüten sehen wir. In Cullera bleiben wir und sitzen am Nachmittag in der Sonne.

Auf der sehr gut ausgebauten N332 fahren wir bis Pedrequer, von dort einen kurzen Abstecher ins Hinterland. Wir erhoffen uns hier Mandelbäume, dem ist aber nicht so. Nach Bessina geht es zurück auf einen städtischen Stellplatz. Hier sitzen alle in der Sonne in der angrenzenden Gänseblümchenwiese. Wir haben den Valentinstag!

Ein herrlicher Tag beginnt, nur nachts hat es 9° und die Sonne kommt spät. So fahren wir auch spät ab. An der Küste hat es vorerst Nebel, den markanten Fels von Calpe sieht man kaum, auch die Hochhausburgen von Benidorm leuchten noch im Nebel. Ab hier wird es ein herrlicher Tag. Wir fahren nach Murcia zum Stellplatz beim großen Einkaufszentrum und verbringen hier 2 Nächte bei herrlichem Sommerwetter. Die Stadt sehen wir uns diesmal nicht an, wir waren bereits 2x zur Besichtigung. 

"Eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Region Murcia ist die ihre weite Ebene voller Mandelbäume. Im Februar werden die Gemeinden von einem Farbton zwischen weiß und kräftigem rosa erfüllt."

Diese Information habe ich im Internet gefunden, so suchen wir nun diese Gemeinden. Vorerst geht es im Tal des Rio Segura durch eine tolle Berglandschaft mit vielen Zitronenplantagen. In Ricote gibt es einen Stellplatz, den wir nur besichtigen, dann schlendern wir noch durch den kleinen, stillen Ort. Im Städtchen Cienza wechseln wir die Richtung, es geht nun südwärts zu den angepriesenen Mandelfeldern. Vorerst heißt es aber durch die engen, verwinkelten Gassen zu kommen. Es braucht viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Nerven und schließlich ist es geschafft!!! Und wieder einmal steht fest: Nicht immer dem verflixten Navi vertrauen!

Die Fahrt durch die blühenden Felder hat sich dafür gelohnt. Soweit das Auge reicht gibt es Mandelbäume. Manche sind bereits verblüht, manche haben noch keine Knospen. Deshalb habe ich auch im Bericht gelesen:

"Über mehr als einen Monat lang verwandelt sich die Ebene in ein Blütenmeer und wird zu einer der entzückendsten Landschaften des Südostens der Halbinsel.

 

In Mula nahe der Autobahn nach Murcia bleiben wir. Es ist heiß, in der Sonne hat es 33°.

Hier ist ein Schattenplatz gefragt.

Am nächsten Tag ist das angekündigte Schlechtwetter da. Es nieselt vereinzelt und es hat 14°.

Nach dem Frühstück fahren wir zum Aldi, den Rest des Tages verbringen wir wieder am Stellplatz. Homepage nachholen, Willi repariert die Sitzbezüge, dann wird gekartelt.

Erst am Mittwoch fahren wir über die Autobahn weiter, vorerst nach Cartagena, wo wir in unserer bereits bekannten Werkstätte die Bordbatterien testen lassen. Es ist alles in Ordnung, so fahren wir weiter bis Mazzaron. Hier gehen wir einkaufen und bleiben am großen Parkplatz mit vielen anderen Wohnmobilen über Nacht.

Es ist wieder wolkenloses Wetter, am Morgen mit 14°. Über die Bergstraße geht es nach Aquilas. Es ist herrlich grün wie sonst noch nie. Hier gibt es die vielen Gemüsefelder, eine große Mannschaft ist gerade bei der Salaternte. Bei Pulpi stehen endlos viele Wohnmobile an den Badebuchten, wir fahren noch weiter bis Villaricos. Hier darf man anscheinend stehen bleiben, so gesellen wir uns zu den anderen Mobilen. Windgeschützt verbringen wir den Nachmittag hinter unserem Mobil, etwas später gehen wir noch in den Ort und finden ein offenes Café.

Heute Freitag, es ist der 21. Febr., starten wir den Weg in die Alpujarras. Vorerst geht es abseits von Almeria in eine karge Steinwüste. Nördlich der Sierra de Gador und südlich der Sierra Nevada fahren wir bis nach Ugijar, ein kleiner, netter Ort mit einem großen Parkplatz und netten Lokalen, wo man zum Getränk noch ordentlich Tapas bekommt. 

Wir bleiben noch einen Tag in Ugijar, erkunden den Ort und die Umgebung, kehren wieder in "unserem Café" ein und verbringen den Rest des Tages in der Sonne. Es hat bei 22° im Schatten.

Das Bergdorf hat eine saubere Entsorgungsstelle, danach fahren wir ab. Durch den letzten Teil der Alpujarras bei herrlichem Wetter bis Lanjaron, wo wir am Brunnen unser Trinkwasser mit Lanjaron Mineralwasser auffüllen. Leider ist die Baumblüte fast zur Gänze vorbei, trotzdem eine fantastische Landschaft. In Cadiar sind wir auf ein Getränk eingekehrt, da gibt es auch wieder Gratistapas dazu.

Am frühen Nachmittag kommen wir auf den Parkplatz beim Stausee Beznar.

 

 

Nach 2 herrlichen Tagen am Stausee fahren wir am Dienstag, den 25. Febr. ab.

Schon nachts bläst der Wind um das Mobil, wir stellen uns zum Frühstück um, dann verlassen wir das schöne Plätzchen, wo wir uns eigentlich noch länger aufgehalten hätten.

Diesmal fahren wir auf der Bundesstraße zur Küste nach Motril. Wir sind überrascht wie schön diese Strecke ist. In Motril wird erst eingekauft, da heimsen wir uns einen Strafzettel wegen einem Parkvergehen ein. Doch schade, wir wissen nicht was wir damit anfangen sollen!

Anschließend geht es weiter nach Salobreña, wo wir uns wieder auf unseren Parkstreifen in der unbewohnten Siedlung stellen. Es ist sonnig aber sehr windig. Trotzdem gehen wir zur Strandpromenade, beobachten den stürmischen Wellengang und sitzen windgeschützt in einem Strandlokal.

Nächsten Vormittag holt uns Inge ab, Thomas ist zur Zeit in Österreich. Erst sitzen wir in der Sonne beim Kaffee im Ortszentrum, dann zeigt sie uns ihre neue Baustelle. Es hat sich viel getan über dem Winter, es gibt enorme Erdbewegungen. Die Poolanlage wird gigantisch, es gibt auch eine Menge Arbeit. Für dieses Platzerl lohnt sich aber sicher die Investition, der Ausblick von hier oben ist toll!

Anschließend sitzen wir noch bei ihr daheim, - die Anlage ist ja nicht minder schön! Es ist immer wieder schön, hier vorbeizuschauen.

 

Am 28. Februar ist in Andalusien  Nationalfeiertag. Alle Geschäfte sind zu und in der Stadt ist viel los. Deshalb verlassen wir unseren Parkplatz in der Stadt und fahren auf einen Campingplatz an der Küste bei Motril. 

Freitag treffen wir uns wieder mit Inge, sie meint ja es wäre ein großer Umzug. Das ist dem  doch nicht, in einem Veranstaltungsgelände herrscht eine Art Volksfest. Im Zelt werden Folkloretänze aufgeführt, wo ich eine zeitlang zusehe. Dann fahren wir zurück, wir sind mit dem Roller unterwegs. Am Strand ist auch viel los, alle Spanier sind am verlängerten Wochenende unterwegs. Das merkt man auch am Campingplatz, er ist pumvoll, die Spanier mit Kind und Kegel, mit Opa, Onkel und allen Verwandten in Feierstimmung. Und viele Kinder tummeln sich lautstark mit ihren Fahrrädern, Rollern und Bällen am ganzen Platz. 

 

Am Mittwoch, den 4. März treffen wir uns nochmals kurz mit Inge im Strandcafe.

Sie bringt uns noch einen Sack Orangen, dann fahren wir ab. Es ist ein herrlicher sonniger Tag. Am Hafen kurz vor Torre del Mar gibt es einen Stellplatz. Hier checken wir uns ein. Mit dem Automaten ist dies zwar ein  mühsames Unterfangen, mit etwas Hilfe vom Nachbarn schaffen wir auch diese Technik!

Anschließend ist ein kleiner Bummel angesagt. Es ist heiß, 24°im Schatten.

Unser kleiner Ausflug in die Berge:

Wir wollen unbedingt in die Berge von Antiquera, nur der Zeitpunkt war etwas schlecht gewählt! Gleich hinter Velez-Malaga gibt es einen Stausee, da wollen wir vorerst hin. - Hier gibt es nur Wolken, kein Fünktchen Sonne. Ausserdem gefällt es uns hier nicht, wir ziehen weiter. In Antiquera kennen wir einen Stellplatz, auch von der Stadt waren wir bei unserem letzten Besuch angenehm überrascht. So fahren wir schnurstracks dorthin. Auch hier Wolken aber noch ein Plätzchen am überfüllten Stellplatz ist frei! Wir bleiben für eine Nacht und machen uns gleich auf den Weg in die Altstadt bevor es zu dunkel wird.

Es hat 7° am Morgen. Es ist bewölkt, in den Bergen Nebel. Wir haben zwar keine Eile aber langsam fahren wir nach dem Entsorgen ab. Auf einem Parkplatz oberhalb der Stadt gibt es eine schönen Blick zur alten Burg von Antequera, eine Kaffee Einkehr ist auch noch drinnen, dann geht es zurück an die Küste Richtung Sonne und Wärme. Wir sind begeistert von der Landstraße, die in vielen Kurven und einer wunderbaren Landschaft hinab nach Cala de Mijas führt.

 

In Cala de Mijas machen wir jede Spanienreise Halt, obwohl der Riesenparkplatz jedes Mal noch voller ist. Der Ort ist jedoch ein kleines Juwel, wo man sich einfach wohlfühlt.

Samstag ist am Parkplatz Markt

Die Geschichte mit Thomas und Daniela

Das ist Thomas aus Deutschland. Er und seine Frau Daniela sind mit einem Knaus Wohnmobil unterwegs und wir treffen die beiden hier in Cala de Mijas  das 3. mal. Bereits in den Alpujarras in Ugijar am großen Parkplatz standen wir mit unseren Wohnmobilen nebeneinander. Am Campingplatz in Motril trafen wir die beiden unverhofft wieder. Einige Parzellen weiter haben sie sich eingerichtet. Und nun sind wir in Cala de Mijas und wer ruft plötzlich an? Es ist derselbe Wohnmobilist mit dem deutschen Kennzeichen! Und eine halbe Stunde später ist er da.

Das Wiedersehen muss gefeiert werden. Sonntag gehen wir gemeinsam Frühschoppen. Im Ort ist viel los.

Coronavirus in Europa

Wir stehen noch immer in Cala de Mijas und verbringen eine herrliche Zeit. 

Freitag, den 13. März verändert sich nicht nur das Wetter, die Coronazeit beginnt nun auch für unserer Reise.

Donnerstag bereits lesen wir in der  Zeitung der Costa del Sol über die neuen Maßnahmen wegen dem Virus.

Am Freitag beim Einkauf im Supermarkt sind wir paff: hier herrscht Emsigkeit, viele Stellagen sind leer, das Personal kommt mit dem Nachfüllen nicht nach. Hat die Hektik auch diese Gegend schon erreicht? Wir schauen noch schnell im Ort zum kleineren Konsum, hier bekommt man noch alles. Auch in den Cafés ist Normalbetrieb.

Am Freitag Abend fährt die Guarda Civil auf unseren Parkplatz und verkündet: alle Wohnmobile müssen den Platz verlassen oder man bleibt für die nächsten 14 Tage am Platz. Es gibt kein Verlassen, nur Einkauf ist erlaubt.

In etlichen Gruppen stehen alle zusammen und beratschlagen. Manche packen zusammen und fahren weg, die meisten entscheiden sich fürs Dableiben. Hier ist man nämlich gut versorgt.

Samstag gehen wir einkaufen und decken uns für einige Tage mit Lebensmittel ein. Wir sind uns nicht einig ab wann die Vorschriften gelten. Sonntag kommt wieder die Polizei und patrouilliert durch den Platz, das ist alles. Wir fragen, ob wir noch ausfahren dürfen um Gas zu kaufen. Selbstverständlich, erst Montag ist es so weit. Also auf nach Fuengirola, wo es einige Geduld braucht um endlich Gas zu bekommen. Niemand verlässt hier das Tankstellenhäuschen, man bedient sich selber und schiebt die Bankomatkarte durch ein Fenster.

Montag haben wir alles Nötige für einen Aufenthalt zusammen. Einige Wohnmobile verlassen aber noch immer den Platz. Wir finden auch keine Absperrung, nichts das uns zum Wegfahren hindern könnte.

Sollen wir doch noch fahren? Nach 5 Minuten sind wir uns einig. 

Wir fahren heim!

 

 Montag, 16. März, Abf. 10:45 Uhr: 810 km

 Dienstag, 17. März: 907 km

 Mittwoch, 18. März: 1139 km

 

 In diesen 3 Tagen sind wir 2856 km gefahren, alles auf Autobahnen, 32 Fahrstunden

 Übernachtet haben wir die 1. Nacht in Torreblanca bei Regen und Sturm,

 die 2. Nacht am großen Parkplatz beim Vogelpark nahe Lyon

 

 Am Mittwoch kamen wir ohne Probleme, ohne Aufenthalt und Grenzkontrollen um 9 Uhr     Abend heim.

 

Auf Willis  Geburtstag haben wir noch  daheim angestoßen!